Coppelius am 22.3. im Underground

Am Sonntag-Abend spielten Coppelius im Kölner Club Underground. Obwohl ich selbst zuvor nie von Coppelius gehört hatte, habe ich mich dann doch von Freunden überreden lassen, hinzugehen - zum Glück, denn ich habe selten eine Band gesehen, die Live dermaßen überzeugt.
Coppelius selbst bezeichnen ihre Musik als “Kammer-Core aus dem 19. Jahrhundert” - alleine die Besetzung ist für eine Metal-ähnliche-Musik-machende Band macht mehr als unüblich: Zwei Klarinetten, Drums, ein Cello so wie ein Kontrabaß. Die Illusion der Musik aus dem 19. Jahrhundert wird überzeugend durch Bühnenbild, Kostüme und die altertümliche Sprache (die laut Wikipedia von E.T.A. Hoffmann’s Werken inspiriert ist) aufrechterhalten, auch die Homepage spricht von “galvanischen Briefen” anstatt von “Emails”.
Falls Coppelius noch einmal im Raum NRW spielen würde - ich wäre definitiv dabei.
- Homepage
- Wikipedia über Coppelius
- I get used to it (Videoclip)
- Operation (Konzertmitschnitt, beide Youtube.com)
Ford Car Part Musical Ensemble

Ein schönes Kunstwerk, welches moderne Technologie und klassische Musik in Einklang bringt: Der Werbespot für den neuen Ford Focus, welcher für den britischen Markt gebaut wurde.
Der Clip zeigt ein Ensemble, welches das Werk “Ode to a Ford” unter der Leitung des US-Amerikanischen Sounddesigners Bill Milbrodt spielt - und das auf Instrumenten, welche aus den Teilen von genau dem Ford gebaut sind, der in der Werbung angepriesen wird. Um die Instrumente zu bauen, musste ein 22-köpfiges Team unter Milbrodts Regie 5 Wochen lang schuften, komponiert wurde das Stück von einem gewissen Craig Richey.
Eine Sache ist noch anzumerken: Die Idee, auf Instrumenten aus Autoteilen zu Musizieren, ist nicht wirklich revolutionär; ein derartiges Orchester, dass “Car Music Project” (rein zufällig ebenfalls von Bill Milbrodt gegründet), besteht seit 2 Jahren, die Qualität dieser Kapelle ist aber von etwas schlechterer Qualität…
Genug gelabert, unbedingt ansehen:
- Die TV-Version des Clips (Youtube)
- Die komplette Version von “Ode to a Ford” (youtube)
- Car Music Project (myspace)
- Clip über das “Car Music Project” (youtube)
Das beste Bob Dylan-Album ist definitiv…
…”Time out of Mind“. Nun mag es Dylanologen geben, die hier ernsthaft widersprechen werden, ich habe jedoch alle Bob Dylan-Alben durchgehört, die unser Haushalt bietet, und bin zu der Erkenntnis gelangt, dass kein anderes Werk des wohl einflussreichsten Musikers des 20. Jahrhunderts derartig atmosphärisch, musikalisch abwechselungsreich und emotional ist.
Die Firma - Goldene Zeiten

Als absoluter Fan der HipHop-Gruppe “Die Firma” (seit dem zweiten Album, übrigens…) musste ich selbstverständlich auch das am 3. August erschienene Album “Goldene Zeiten” kaufen.
Ein sei definitiv vorweg zu sagen: Wer denkt, Deutscher HipHop sei generell mit dem niveauniedrigen Genuschel von Gruppierungen á la Aggro Berlin gleichzusetzen, liegt knapp daneben; es gibt noch einige wenige Perlen, wie die Firma beispielsweise, die schon immer den Ruf hat, teilweise auch äußerst intelligente und kritische Texte zu schreiben.
Glücklicherweise ist dies auch bei dem neuen Album der Fall, einige Tracks wie “Glücksprinzip”, “Verlassen” oder “Wenigstens ham wirs versucht” weisen durchaus geistigen Tiefgang sowie lyrische Qualitäten auf, und generell wirkt die Musik einfach reifer als auf den ersten Firma-Alben (laut des Produzenten wurden verstärkt Instrumente live eingespielt, und weniger auf Samples zurückgegriffen…).
Insgesamt ist das Album solide, aber wegen einigen beinah peinlich schwachen Stücken bei weitem nicht perfekt - wer mit deutschem HipHop etwas anzufangen weiss, wird trotzdem auf seine Kosten kommen.
Neuzugang

Einer meiner zahlreichen materiellen Wünsche wurde heute erfüllt; wie sich dem Bild entnehmen lässt, ist der Flügel, den ich kürzlich gekauft habe, heute mittag eingetroffen.
Es handelt sich dabei um einen 1984 gebauten, ca. 160 cm langen Flügel der Firma “Schimmel”; die weitere Geschichte des Instruments ist mir nicht bekannt, er wurde allerdings vor kurzem generalüberholt, und der Preis stimmte einfach.
An dem Instrument schätze ich vor allem den leichten aber präzisen Anschlag (sehr Schimmel-typisch, eben) sowie den im Diskant wirklich wunderbaren Klang, den Klang in Mittellage und Bass hatte ich allerdings zugegebenermaßen besser in Erinnerung; möglicherweise wird ein Klavierstimmer da aber für Besserung sorgen können.
So, ich bin wieder weg, Fingerübungen machen 
Kaufbefehl

Wer eine wirklich tolle Aufnahme von Franz Schuberts äußerst bekannten 21. Klaviersonate (B-Dur) sucht, sollte sich unbedingt einmal diese Aufnahme von Grigory Sokolov, 1991 bei einem Auftritt in Helsinki gespielt, anhören.
Meiner Meinung ist diese Aufnahme mindestens ebenso gut wie die Interpretation von dem Schubert-Interpreten schlechthin, Alfred Brendel. Ihr könnt im iTunes-Store schon ein paar Ausschnitte hören, der lokale CD-Fachhandel sollte sie ebenfalls im Angebot haben.
Schubert - Wanderer-Fantasie
Anna Malikova | Klavier (Steinway, offensichtlich)
WDR-Sinfonieorchester
Lothar Zagrosek | Dirigent
Franz Schubert
Fantasie für Klavier C-Dur (“Wanderer-Fantasie”)
Bearbeitung für Klavier und Orchester von Franz Liszt
Luciano Berio
Quattro versioni orginalli della “Ritirata notturna di Madrid” di L. Boccherini sovrapposte e trascritte per orchesta
Robert Schumann
Sinfonie Nr. 4 d-Moll, opus 120
Zum gestrigen Tage habe ich mir mal wieder ein Konzert in der Kölner Philharmonie zu Gemüte geführt, mein primärer Beweggrund dazu lag eigentlich in der “Wanderer-Fantasie” von Franz Schubert, dem, wie ich finde, größten Werk der Romantik überhaupt.
Die Bearbeitung dieses Werkes von Franz Liszt gefiel mir ziemlich gut, vor allem harmonierten Orchester und Klavier in dieser Version überraschend gut, das Programmheftchen formulierte es treffend so:
Liszt hat die Problematik von Schuberts Versuch, ein Virtuosenstück ohne die Stupidität der Etüden Carl Czernys zu schreiben, erkannt und daraus kein Konzert gemacht, sondern eine “Symphonie concertante” gemacht. Anders formuliert: Das Orchester wirkt wie ein Resonanzraum des Klaviers, nicht wie dessen Widerpart.
Was mich selbst gewundert hat, ist, wie gering die Präsenz des Flügels war; hört man sich Aufnahmen von Klavierkonzerten an, sticht das Klavier förmlich heraus, während es von meinem Platz irgendwo in den Untiefen von Block G der Philharmonie nicht immer deutlich vernehmbar war; aber das sind Dinge, die man gerne in Kauf nimmt, um derartige Musik live erleben zu dürfen.
Vor die Pause fiel noch die Ehrung der Sieger des “musik gewinnt“-Wettbewerbes, mit allem, was dazu gehört, inhaltsleeren Reden, bemüht höflichem Applaus, sowie dem obligatorischen Posen mit den Urkunden für die Presse.
Das zweite Werk gehörte zu einer Art Themen-Monat, welcher unter dem Titel “luciano berio: komponist” firmierte; Luciano Berio, so lehrt uns das informative Programmheftchen, 1925 in Oneglia bei Genua geboren und 2003 in Rom gestorben, gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten. Das gestern gespielten Werk war eine Transskription für Orchester von ihm, deren Vorlage ein Lied von Luigi Boccherini war, welches eine Hommage an die Stadt Madrid war; das Resultat: Nette, aber leicht ordinäre klassische Musik.
Zu dem dritten Werk sage ich nicht sonderlich viel: Eher leichte Kost und angenehm zu hören, aber nichts, was ich käuflich erwerben würde, wenn es denn der lokale Fundus an Aufnahmen klassischer Musik nicht hergäbe.
Fazit: Ein netter Abend, die fünf Euro (Schülerrabatt
) definitiv wert. Es werden übrigens weitere Konzertberichte folgen, da am 21.5. Martin Stadtfeld (den ich letzten Mittwoch persönlich erlebt habe, ein enorm sympathischer Zeitgenosse) in der Philharmonie spielen wird.