Schubert - Wanderer-Fantasie
Anna Malikova | Klavier (Steinway, offensichtlich)
WDR-Sinfonieorchester
Lothar Zagrosek | Dirigent
Franz Schubert
Fantasie für Klavier C-Dur (“Wanderer-Fantasie”)
Bearbeitung für Klavier und Orchester von Franz Liszt
Luciano Berio
Quattro versioni orginalli della “Ritirata notturna di Madrid” di L. Boccherini sovrapposte e trascritte per orchesta
Robert Schumann
Sinfonie Nr. 4 d-Moll, opus 120
Zum gestrigen Tage habe ich mir mal wieder ein Konzert in der Kölner Philharmonie zu Gemüte geführt, mein primärer Beweggrund dazu lag eigentlich in der “Wanderer-Fantasie” von Franz Schubert, dem, wie ich finde, größten Werk der Romantik überhaupt.
Die Bearbeitung dieses Werkes von Franz Liszt gefiel mir ziemlich gut, vor allem harmonierten Orchester und Klavier in dieser Version überraschend gut, das Programmheftchen formulierte es treffend so:
Liszt hat die Problematik von Schuberts Versuch, ein Virtuosenstück ohne die Stupidität der Etüden Carl Czernys zu schreiben, erkannt und daraus kein Konzert gemacht, sondern eine “Symphonie concertante” gemacht. Anders formuliert: Das Orchester wirkt wie ein Resonanzraum des Klaviers, nicht wie dessen Widerpart.
Was mich selbst gewundert hat, ist, wie gering die Präsenz des Flügels war; hört man sich Aufnahmen von Klavierkonzerten an, sticht das Klavier förmlich heraus, während es von meinem Platz irgendwo in den Untiefen von Block G der Philharmonie nicht immer deutlich vernehmbar war; aber das sind Dinge, die man gerne in Kauf nimmt, um derartige Musik live erleben zu dürfen.
Vor die Pause fiel noch die Ehrung der Sieger des “musik gewinnt“-Wettbewerbes, mit allem, was dazu gehört, inhaltsleeren Reden, bemüht höflichem Applaus, sowie dem obligatorischen Posen mit den Urkunden für die Presse.
Das zweite Werk gehörte zu einer Art Themen-Monat, welcher unter dem Titel “luciano berio: komponist” firmierte; Luciano Berio, so lehrt uns das informative Programmheftchen, 1925 in Oneglia bei Genua geboren und 2003 in Rom gestorben, gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten. Das gestern gespielten Werk war eine Transskription für Orchester von ihm, deren Vorlage ein Lied von Luigi Boccherini war, welches eine Hommage an die Stadt Madrid war; das Resultat: Nette, aber leicht ordinäre klassische Musik.
Zu dem dritten Werk sage ich nicht sonderlich viel: Eher leichte Kost und angenehm zu hören, aber nichts, was ich käuflich erwerben würde, wenn es denn der lokale Fundus an Aufnahmen klassischer Musik nicht hergäbe.
Fazit: Ein netter Abend, die fünf Euro (Schülerrabatt
) definitiv wert. Es werden übrigens weitere Konzertberichte folgen, da am 21.5. Martin Stadtfeld (den ich letzten Mittwoch persönlich erlebt habe, ein enorm sympathischer Zeitgenosse) in der Philharmonie spielen wird.